DD-WRT gegen OpenWRT
Um es gleich vorweg zu nehmen, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. DD-WRT und OpenWRT haben zwei unterschiedliche Philosophien, die sich natürlich auch in der Umsetzung niederschlagen. Als voreingenommener Kommondazeilen-Junkie hätte ich allerdings nicht gedacht, dass sich für mich so offensichtlich das geeignete System herauskristallisiert.
Meine ersten Erlebnisse mit alternativer Firmware waren mit DD-WRT. Die Philosophie ist hier, so viel wie möglich über die Web-Administration möglich zu machen. Das ist teilweise sehr gut und übersichtlich für einzelne Funktionen gelöst. Man hat schnelle Ergebnisse und viele Möglichkeiten, an die einen Original-Firmware gar nicht denken lässt. Doch sobald es etwas mehr wird, endet man in einer Klickorgie. Nicht nur das. Da das System selbstständig entscheidet, welche Funktionen auf anderen Reitern Sinn machen, fängt man an, nach jeder Änderung zu schauen, welche Auswirkungen denn das woanders gehabt haben könnte. Sicher, nach einiger Einarbeitung weiß man das. Aber wenn ich Einstellungen bei WLAN ändere, will ich den WAN-Port so lassen wie er ist und ihn nicht zum Beispiel ausgeschaltet bekommen.
Neben diesen Automatismen gibt es noch etwas, was ziemlich nervte. Der Router wurde bei ziemlich vielen Änderungen neu gestartet. Das kostet nicht nur unnötig Zeit, sondern teilweise konnte man in einen neuen Reiter wechseln und eine Änderung machen, welche dann natürlich nicht übernommen wurde, weil ein Neustart lief.
Fazit für DD-WRT war dann erst einmal, nettes System für Windoof-Jünger und Klickjunkies als Zielgruppe. Sicher kann man sich auch per Kommandozeile auf dem System bewegen. Doch dies erschien mehr wie ein Drumherumdoktern um die die Web-Konfiguration.
OpenWRT war der Nächste auf der Liste der alternativen Firmwaren. Dies hatte ich hinten angestellt, da ich von einer höheren Einarbeitungszeit ausgegangen war und ich für ein Projekt eine schnelle Lösung brauchte. Tja. Da lag ich extrem falsch. Dank der Eigenarten von DD-WRT, hatte ich damit mehr Zeit verbracht, als geplant. Nicht nur das. Um meine Büffel-Router (Buffalo WBR2-G54) zum Laufen zu bekommen, musste ich diese mit OpenWRT bespielen, um das Admin-Kennwort für DD-WRT zu setzen. Da ich es auch schaffte, einen Büffel mit DD-WRT so zu verkonfigurieren, dass ich nicht mehr dran kam, kam mir auch hier der Failsafe-Modus vom OpenWRT zur Hilfe. Ups. Was war das denn? Zweimal OpenWRT um mit DD-WRT klar zu kommen?
Um einen Vergleich zu bekommen, wollte ich OpenWRT so einrichten, wie man halt einen WLAN-Router für das Internet einrichtet. Ohne WDS und sonstigen Schnick Schnack. Die Konfiguration war interessanterweise Größtenteils über die Web-Konfiguration von OpenWRT zu vollbringen. Und diese hatte eine richtig nette Funktion. Diese merkt sich erst die Änderungen, welche man dann explizit anwendet. Also nichts mit unnötigen Neustarts oder mal die WLAN-Verbindung weg, weil etwas geändert wurde. Die Nachteile kamen schnell zu Tage. WPA ist aus Lizenzgründen nicht von Haus aus möglich und Masquerading kann man scheinbar auch nicht über die Web-Konfiguration einstellen.
Also auf die Kommandozeile. Und hier lief alles wie am Schnürchen. Das Paket nas für WPA per ipkg nachinstalliert und in /etc/firewall.user die Masquerading-Einträge gemacht. Sicher, bei einem Kommandozeilen-Junkie kein Wunder, aber die Dokumentation von OpenWRT ist ohne Frage gut. Sie erscheint übersichtlicher als die von DD-WRT und enthält viele HowTos. Auch das Paketsystem ipkg ist hier zu Hause und läuft einfach. Unter DD-WRT kann man dieses zwar auch nutzen, allerdings ist das dann mehr wie das Installieren von Debian-Paketen auf einer RedHat-Kiste. Es geht zwar, aber man muss die ganzen Konfigurationsdateien und Startskripte anpassen. Und wenn man Pech hat macht das Binary mucken.
Fazit: Für Standardanwendungen ist DD-WRT geeignet. Sofern das Flashen geklappt hat. Alles was darüber hinausgeht, oder wenn dann die Einstellungen nicht so wollen wie sie sollen, bereitet einem auf diesem System dann etwas Kopfzerbrechen. Und was ist, wenn man OpenWRT mit einer aufgebohrten Web-Konfiguration benutzt, habe ich noch nicht ergründet.
Wer ernsthaft mit einer alternativen Firmware arbeiten will, der kommt eigentlich nicht um OpenWRT herum. Die Dokumentation ist schön ausführlich, die Paketverwaltung und Umsetzung eines Linux-Systems auf einen WLAN-Router ist gut gelungen. Nicht zu vergessen, dass der Failsafe-Modus Gold wert ist. Wer Englisch und Tasten tippen als Nachteil empfindet, dem Wünsche ich viel Glück mit DD-WRT.
Am 6. März 2007 um 04:08 Uhr
dd wrt v.s open wrt verlgleich suckt. zu subjektiv.
nicht jeder ist ein shell rambo und findet arbeiten wie vor 30 jahren toll.
windofjünger und ähnliche beledigungen bitte unterlassen. bin mit dd wrt auf anhieb besser klagekommen als mit open wrt.
es gibt nicht besseres als eine intutive und übersichtliche gui.
willkommen im 21 jahrhundert.
p.s cpm ist tot
mfg
Am 6. März 2007 um 14:05 Uhr
Herrlicher Kommentar. Aber vielleicht auch etwas zu subjektiv.
Am 29. April 2007 um 18:32 Uhr
Da ist wie mit Linux, die ein lieben die commandozeile, die anderen lieber klickibunti, danke für den vergleich. spar ich mir das testen! die vor- und nachteile wurden gut herausgearbeitet. (ps. bin klickibunti!)
Am 29. April 2007 um 23:19 Uhr
Sehr interessant für jemanden, der eine gute Web-Oberfläche sucht, sieht webif^2 unter
http://x-wrt.org/
aus. Habe allerdings bisher keinen richtigen Vergleich gemacht, wenn man diese Web-Oberfläche für OpenWRT nimmt. Nach mal kurz anschauen würde ich sagen, dass von der Funktionalität her diese Oberfläche DD-WRT in nichts nachsteht.
Am 21. März 2008 um 01:29 Uhr
da hast du falsch geschaut
webif² ist mehr schlecht als recht….
das fazit des vergleichs kann ich in etwa unterschreiben
ddwrt für jemand der ne weboberfläche will
openwrt für die tastentipper
Am 21. März 2008 um 09:16 Uhr
Das kommt darauf an, was man als Vergleich nimmt. Wenn ich die Weboberflächen von Telekom, AVM, Siemens, Thomson, Buffalo, DD-Wrt und die, die ich schon verdrängt habe, als Grundlage nehme - und arbeiten musste ich schon mit allen -, dann schlägt sich webif^2 für jemanden, der meint so etwas zu haben müssen, nicht schlecht. Aber nicht, dass mir jetzt jemand kommt und sagt, Cisco hat viel bessere Weboberfächen ;o)
Am 24. Mai 2008 um 17:39 Uhr
— QUOTE aber
da hast du falsch geschaut
webif² ist mehr schlecht als recht….
— QUOTE
Das verstehe ich nicht so ganz, kannst du das mal bitte besser erklären, bzw. erläuter, was ist mehr schlecht. Ich komme damit super zurecht!
Am 4. Oktober 2008 um 23:13 Uhr
OpenWRT hat viel weniger Funktionen. Z.B. OpenVPN Server ist mir persönlich sehr wichtig.
Am 5. Oktober 2008 um 20:05 Uhr
Viel weniger Funktionen kann ich nicht nachvollziehen. Es dürfte seit Ewigkeiten das Paket OpenVPN für OpenWRT geben. Wenn man unter DD-WRT eine Funktion vermisst, schaut man meistens bei den OpenWRT-Paketen vorbei, ob es da das gibt, was man braucht.
Am 12. Dezember 2008 um 19:15 Uhr
sehr schöner bericht, habe mich auch zu openWRT entschieden, konsolenjunkies FTW!
@laery
das ist nicht zu subjektiv, bzw war es nicht als objektiver vergleich vorgesehn … und außerdem hat konsole nichts, aber auch absolut garnichts mit “arbeiten wie vor 30jahren” zu tun. das ist heute noch gebräuchlich, überall.
und mit “beleidingungen” wie “Windoofjüngern” hat er eigentlich nur recht - leider. Es gibt zu viele die nur klicken können und keine ahnung haben was dahintersteht, danke